Förderkonzept

Unser Förderkonzept ist die Weiterentwicklung der in unserem Schulprogramm verankerten pädagogischen Leitgedanken. Es ergänzt unser Gesamtkonzept, das wir für die offene Ganztagsschule erarbeiteten. Ziele und Nutzen sind dort in einem eigenen Kapitel aufgeführt.

Uns und der Gesellschaft muss bewusst sein, dass Kinder das Wertvollste sind, was wir haben. Von Ihnen hängt unsere Zukunft ab. Bei der demografischen Entwicklung unseres Landes werden wir in Zukunft Mühe haben, qualifizierte Arbeitsplätze zu besetzen. Wir können es uns auch aus diesem Grund nicht leisten, dass auch nur ein Talent verloren geht.

Eine grundlegende Voraussetzung für das Lernen ist die Entwicklung eines gesunden Selbstbewusstseins. Das Kind muss sich etwas zutrauen und darf sich nicht aufgeben. Es braucht Vertrauen, dass es auch Schwierigkeiten meistern kann. Selbstbewusstsein und Motivation entwickeln sich weiter, wenn das Kind als Persönlichkeit mit seinen Stärken und Schwächen respektiert wird. Respekt vor dem Kind bedeutet, dass es niemals beschämt werden darf. Die Wertschätzung, die es durch die LehrerInnen erfährt, stärkt das Kind und führen dazu, dass es auch andere wertschätzt. Was in einem positiven Klima gelernt wird, bleibt eher im Gedächtnis haften, als Lerninhalte und –verfahren, die mit negativen Gefühlen verknüpft sind. Lernsituationen sollen deshalb auch so angelegt werden, dass das Kind zwar gefordert, aber nicht durch Versagen entmutigt wird. Leistungsfeststellungen dürfen deshalb auch Kinder nicht in Gewinner und Verlierer einteilen.

Förderung muss davon ausgehen, dass jedes Kind etwas kann. Sie setzt an den Stärken des Kindes an. Förderunterricht soll nicht ausschließlich an Lerndefiziten orientiert sein. Dies wäre eine Reduzierung auf Nachhilfeunterricht, der dem Kind die diskriminierende Botschaft vermittelt: Ich gehöre zu den Schwachen, Versagern, Verlierern. Es würde suggeriert, dass nachmittags Kinder mit Lerndefiziten nachsitzen müssen. Fördergruppen sollten deshalb möglichst heterogen zusammengesetzt und an positiven, anspruchsvollen Aufgabenstellungen orientiert sein. Dabei unterstützten die Kinder sich gegenseitig.

Förderung erfolgt vor allem präventiv. Durch genaue Beobachtung der Kinder werden bei Schwierigkeiten rechtzeitig Hilfen und geeignete Lernmaterialien gegeben, damit Defizite innerhalb einer begrenzten Zeit aufgearbeitet werden können. Im offenen Unterricht bei Stationen, Wochenplänen oder Werkstätten entwickeln Kinder Selbstbewusstsein, wenn sie als Experten für bestimmte Bereiche fungieren. Der Lernerfolg steigt, wenn Kinder in die Planungen von Lerneinheiten einbezogen werden und an möglichst vielen Bereichen des Schullebens partizipieren können. Förderung geschieht vor allem im regulären Unterricht. Sie wird ergänzt durch zusätzlichen Förderunterricht, der noch weiter ausgebaut werden muss und durch unterrichtsergänzende Nachmittagsangebote.

Mit der schrittweisen Umsetzung der folgenden Maßnahmen soll begonnen werden:Die Jahrgangsteams treffen Vereinbarungen über die grundlegenden Lernziele in Deutsch und Mathematik. Später sollen Arbeits- und Sozialverhalten folgen. Es werden Lernpläne erstellt und individualisiertes Lernen organisiert. Täglich werden als Richtwert 60 Minuten für individuelles Lernen, eventuell einschließlich Fachunterricht, vorgesehen, d.h. 300 Minuten pro Woche. Arbeiten und Lernfortschritte der Kinder sollen mit Beispielen dokumentiert werden.
Nach und nach werden mit Kindern und den Eltern Vereinbarungen über mittelfristige Lernziele und Verfahren getroffen, die in den individuellen Lernplan einfließen. Dieses Verfahren betont die Verantwortung des Kindes für sein eigenes Lernen und bezieht die Eltern zur Unterstützung des Kindes mit ein. Kinder mit Lernschwächen können entlastet werden, indem ihr Lernplan nur die grundlegenden Lernziele umfasst und so das zu Lernende in das Blickfeld rückt und überschaubar macht.

Damit die Kinder entsprechend ihrer Lernfortschritte arbeiten können, müssen geeignete Lernmaterialien in den Klassenräumen bereit stehen und während der Arbeit am Lernplan für die Kinder zugänglich sein. Die entsprechende Organisation ist gemeinsame Aufgabe des gesamten Jahrgangsteams. Insbesondere im ersten Unterrichtsblock kann mit diesen Lernmaterialien klassenübergreifend und für einige Kinder auch jahrgangsübergreifend gearbeitet werden.

Das Förderkonzept ist Teil unseres Schulprogramms.

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